07.02.2019

Das „Home-Office“ – Arbeitsmodell der Zukunft?

Viele Berufstätige wünschen sich, von zu Hause aus zu arbeiten (sog. Home-Office-Tätigkeiten). Nach einer aktuellen Analyse des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2017 jedoch nur 11% der Erwerbstätigen im Alter von 20 bis 64 Jahren überwiegend oder gelegentlich im Home-Office tätig. Diese Quote könnte sich schon bald deutlich erhöhen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Broschüre „Arbeitsmarkt auf einen Blick“).

Bislang kein gesetzliches Recht auf Home-Office

Einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Home-Office gibt es in Deutschland nicht. Dies möchte der SPD-Politiker Björn Böhning (Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium) nun ändern. Nach einem Pressebericht plant das Bundesarbeitsministerium, ein gesetzliches Recht auf Home-Office einzuführen. Das Gesetz soll sich an dem in den Niederlanden seit Juli 2015 geltenden Modell orientieren. Bis auf begründete Ausnahmefälle hätten Arbeitnehmer dann Anspruch darauf, von zu Hause aus zu arbeiten.

Wichtige Regelungen für das Home-Office …

Das Home-Office wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag geregelt. Je nach Ausgestaltung arbeitet der Arbeitnehmer danach gelegentlich oder ausschließlich von zu Hause aus. Die Regelungen über das Home-Office sollten schriftlich festgehalten werden. Wichtig für den Arbeitgeber ist die Vereinbarung von Kernzeiten, zu welchen der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber zu Hause erreichbar ist. Es empfiehlt sich zudem die Vereinbarung einer Dokumentationspflicht über geleistete Arbeitszeiten im Rahmen eines Zeiterfassungssystems. Dies dient nicht nur der Kontrolle durch den Arbeitgeber, sondern dokumentiert auch die Einhaltung der Arbeitszeitvorgaben des ArbZG (z.B. ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit), die grundsätzlich auch beim Arbeiten von zu Hause uneingeschränkt gelten.

… insbesondere zum Datenschutz

Verarbeitet der Arbeitnehmer von zu Hause aus personenbezogene Daten – wie Mitarbeiter- und/oder Kundendaten –, sind seit dem Inkrafttreten der DSGVO und des neuen BDSG zum 25.5.2018 erhöhte Anforderungen an den Datenschutz zu stellen. In diesem Fall sollte auf Folgendes geachtet werden:

  • Vorhandensein eines separaten, abschließbaren Arbeitszimmers
  • Verschlüsselung von Festplatten und Betriebssystemen sowie externen Datenträgern
  • Verwendung einer geschützten Verbindung zum Firmennetzwerk via VPN
  • Ausschließliche Verarbeitung/Speicherung von Daten auf dem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten PC, Laptop, Smartphone, Tablet, USB-Stick, etc.
  • Schutz dienstlicher Unterlagen, externer Datenträger sowie der IT-Ausstattung vor dem Zugriff Dritter.

Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass die datenschutzrechtlichen Vorgaben in seinem Unternehmen eingehalten werden. Für den Home-Office-Bereich entsteht hierdurch das Erfordernis, dass dem Arbeitgeber und/oder dessen Datenschutzbeauftragtem sowie der zuständigen Datenschutzbehörde (nach vorheriger Ankündigung) der Zutritt zur Privatwohnung des Arbeitnehmers zur Überprüfung der Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben gestattet sein muss. Entsprechende Zutrittsrechte sollten schriftlich mit dem Arbeitnehmer sowie mit allen Personen, die im Haushalt des Arbeitnehmers leben, vereinbart werden.

 

Empfehlung: Eine Home-Office-Vereinbarung sollte stets schriftlich vor Aufnahme der Tätigkeit sowie unter Berücksichtigung zwingender gesetzlicher Vorschriften vereinbart werden. Ob es in Zukunft tatsächlich einen Rechtsanspruch auf Home-Office geben wird, bleibt abzuwarten.

 

RAin Claudia Auinger

Aus: PKF Nachrichten 02/2019