08.02.2019

Neuregelungen zu Reisekosten bei Auslandsreisen ab 1.1.2019

Ab dem 1.1.2019 gelten neue Regelungen für die steuerliche Behandlung von Reisekosten und Reisekostenvergütungen. Mit dem BMF-Schreiben vom 28.11.2018 wurden bei Auslandsdienstreisen die „Pauschbeträge“ für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten angehoben und an die aktuellen Verhältnisse angepasst. Zugleich wurden in dem BMF-Schreiben die geltenden Grundsätze knapp zusammengefasst.

Anwendung der länderspezifischen Sätze

Das BMF-Schreiben listet die für einzelne Staaten – bzw. z.T. für ausländische Städte und Regionen – geltenden Verpflegungspauschalen und Übernachtungssätze tabellarisch auf. Es wird zudem bestimmt, dass der Pauschbetrag für Luxemburg für nicht in der Aufstellung erfasste Länder anzuwenden ist und dass der Pauschbetrag für das Mutterland für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes gilt.


Zu beachten ist, dass die Pauschbeträge für Übernachtungskosten ausschließlich in den Fällen der Arbeitgebererstattung anwendbar sind. Für den Abzug von Werbungskosten und Betriebsausgaben sind hingegen immer die tatsächlichen Übernachtungskosten maßgebend, unabhängig davon, ob diese höher oder niedriger als die Pauschbeträge sind.


Hinweis: Die Regelungen des Schreibens vom 28.11.2018 (Az.: IV C 5 - S 2353/08/10006:009, s.u. www.bundesfinanzministerium.de) gelten entsprechend für eine doppelte Haushaltsführung im Ausland.

Regelungen bei ein- und mehrtägigen Reisen

Bei eintägigen Reisen in das Ausland ist der entsprechende Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsorts im Ausland maßgebend. Bei mehrtägigen Reisen in verschiedene Staaten gilt für die Ermittlung der Verpflegungspauschalen am An- und Abreisetag sowie an den Zwischentagen (Tage mit 24 Std Abwesenheit) nunmehr Folgendes:

  • Bei der Anreise vom Inland in das Ausland oder umgekehrt (jeweils ohne Tätigwerden) ist der entsprechende Pauschbetrag des Orts maßgebend, der vor 24 Uhr Ortszeit erreicht wird.
  • Bei der Abreise vom Ausland in das Inland oder vom Inland in das Ausland ist der entsprechende Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsorts anzusetzen.
  • Für die Zwischentage gilt i.d.R. der entsprechende Pauschbetrag des Orts, den der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht.

Schließt sich an den Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit zur Wohnung oder ersten Tätigkeitsstätte eine weitere ein- oder mehrtägige Auswärtstätigkeit an, ist für diesen Tag nur die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen. Im Übrigen verweist das BMF-Schreiben – insbesondere zu Flug- und Schiffsreisen – auf die geltenden Lohnsteuerrichtlinien.

Kürzung der Verpflegungspauschale

Bei der Gestellung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder durch einen Dritten auf dessen Veranlassung werden die Verpflegungspauschalen tagesbezogen gekürzt, unabhängig davon, in welchem Land die jeweilige Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

 

RAin Maha Steinfeld

Aus: PKF Nachrichten 02/2019