10.10.2018

Erweiterung der anschaffungsnahen Herstellungskosten

Für wen: Steuerpflichtige, die Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen an angeschafften Gebäuden durchführen.


Sachverhalt: Die grundsätzlichen steuerrechtlichen Vorschriften bestimmen, dass Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung eines Gebäudes durchgeführt werden und 15% der ursprünglichen Anschaffungskosten übersteigen, als anschaffungsnahe Herstellungskosten aktiviert werden. Das BMF hat nun mit Schreiben vom 20.10.2017 auf der Grundlage von aktuellen BFH-Urteilen die steuerbilanzielle Behandlung für alle offenen Fälle verbindlich geregelt. Die zu aktivierenden anschaffungsnahen Herstellungskosten bemessen sich der Höhe nach und in ihrer zeitlichen Dimension wie folgt:


(1) Für Gebäude, die seit dem 1.1.2017 erworben wurden, gehören zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten sämtliche Aufwendungen für bauliche Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einer Instandsetzung und Modernisierung eines angeschafften Gebäudes anfallen. Dazu zählen sowohl originäre Aufwendungen zur Herstellung der Betriebsbereitschaft durch Wiederherstellung funktionsuntüchtiger Gebäudeteile sowie Aufwendungen für eine über den ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung des Gebäudes als auch Schönheitsreparaturen. Der bei Schönheitsreparaturen bislang maßgebliche enge räumliche, zeitliche und sachliche Zusammenhang mit den Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gilt nicht mehr.


(2) Wenn das Gebäude aus mehreren Einheiten besteht, ist bei der Prüfung, ob die Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu anschaffungsnahen Herstellungskosten führen, auf den jeweiligen selbständigen Gebäudeteil abzustellen. Die Betrachtung des Gesamtgebäudes kommt nicht in Frage, wenn dieses in unterschiedlicher Weise genutzt wird.


(3) Sämtliche Aufwendungen für Reparatur, Verbesserung und Verschönerung, die bei einer Sanierung innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung eines Gebäudes anfallen, sind bei der Ermittlung der Bewertungsgrenze (15%) für anschaffungsnahe Herstellungskosten zu berücksichtigen. Dies gilt bereits rückwirkend für alle Gebäude, die seit dem 1.1.2017 erworben wurden.


Mehr zum Thema: Das BMF-Schreiben vom 20.10.2017 finden Sie unter www.bundesfinanzministerium.de; es ist ein Anwendungsschreiben zu den BFH-Urteilen vom 14.6.2016 (Az.: IX R 25/14, IX R 15/15 und IX R 22/15).


WP Dieter Hanxleden

Aus. PKF Nachrichten 10/2018