23.09.2019

Badezimmer-Umbau führt nicht zu (anteiligen) Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

Ein Steuerpflichtiger kann, sofern ihm für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, grundsätzlich Aufwendungen von bis zu 1.250 € pro Jahr für sein häusliches Arbeitszimmer geltend machen. Sofern das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung des Steuerpflichtigen bildet, besteht keine Beschränkung der abzugsfähigen Aufwendungen. Hierzu hat der BFH mit Urteil vom 14.5.2019 (Az.: VIII R 16/15) entschieden, dass Renovierungs- und Umbaukosten für Räume, die ausschließlich oder mehr als nur in untergeordnetem Umfang privat genutzt werden, keine abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer darstellen. Im Urteilsfall ging es um die umfassende Renovierung eines Badezimmers und Flurs im Wohnhaus des Steuerpflichtigen, in dem sich auch ein häusliches Arbeitszimmer befand. Der Steuerpflichtige begehrte den anteiligen Abzug der angefallenen Renovierungs- und Umbaukosten entsprechend dem Flächenanteil des häuslichen Arbeitszimmers. Die BFH-Richter gaben in ihrer Entscheidung der Revision der Finanzverwaltung statt. Allgemeine Gebäudekosten wie beispielsweise Schornsteinfeger-, Strom- oder Kosten für Versicherungen und die Renovierung von Gebäudeteilen können anteilig geltend gemacht werden, weil sie das gesamte Gebäude betreffen. Dagegen sind Renovierungskosten für nahezu ausschließlich privat genutzte Räumlichkeiten nicht über den Flächenanteil des Arbeitszimmers als Betriebsausgaben zu berücksichtigen, sondern der ausschließlichen bzw. nahezu ausschließlichen privaten Nutzung zuzurechnen.


Hinweis: Für ein häusliches Arbeitszimmer können Umbau- und Renovierungskosten jedenfalls dann als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, soweit sie das Arbeitszimmer direkt betreffen.

 

RA/StB Reinhard Ewert

Aus: PKF Nachrichten 10/2019