01.09.2019

Werbungskostenabzug bei Falschgeldannahme

Dass angenommenes Falschgeld im Rahmen eines beruflich veranlassten Geldwechselgeschäfts zu einem Werbungskostenabzug berechtigen kann, hat das Hessische FG am 13.3.2019 (Az.: 9 K 593/18) entschieden. Geklagt hatte ein im Vertrieb auf Provisionsbasis beschäftigter Arbeitnehmer. Ihm wurde im Zuge eines einem Maschinenkauf vorgeschalteten Geldwechselgeschäfts Falschgeld untergeschoben.


Das Finanzamt lehnte den vom Kläger geltend gemachten Werbungskostenabzug in Höhe des Schadens ab. Das FG Hessen gab der Klage statt, denn der vom Kläger erlittene Verlust war ausschließlich beruflich veranlasst. Wäre der Verkauf der Maschinen zustande gekommen, hätte der Kläger Provision erhalten. Damit liegt die notwendige Kausalität zwischen dem Geldwechselgeschäft und der Provision vor. Die Vorschaltung des Geldwechselgeschäfts vor den eigentlichen Kaufvertrag steht der beruflichen Veranlassung nicht entgegen. Der fehlende wirtschaftliche Sinn und die Fahrlässigkeit des Klägers schaden ebenfalls nicht dem Werbungskostenabzug.


Hinweis: Das FG-Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

 

WPin/StBin Christina Thiel

Aus: PKF Nachrichten 09/2019