12.07.2019

Keine Pflicht zur Bildung eines ARAP für geringfügige Beträge

Für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, ist ein aktiver Abgrenzungsposten (ARAP) zu bilden. Es gilt somit grundsätzlich ein Aktivierungsgebot. Schon bislang ermöglichte der Grundsatz der Wesentlichkeit nach Ansicht des BFH, unwesentliche Elemente bei der Bilanzierung und Bewertung außer Betracht zu lassen. Diesem Grundsatz schloss sich das FG Baden-Württemberg mit Urteil vom 2.3.2018 (Az.: 5 K 548/17) für den ARAP an. Danach müssen ARAP nicht gebildet werden, wenn sie unter die Grenze des § 6 Abs. 2 EStG (geringwertige Wirtschaftsgüter, zurzeit bei 800 €) fallen.


Im vorliegenden Fall hatte ein Einzelunternehmer gegen die Erhöhung seines Gewinns aus Gewerbebetrieb aufgrund einer Betriebsprüfung geklagt. Er hatte geringfügige Aufwendungen, die im Voraus bezahlt wurden, sofort erfolgswirksam abgezogen anstatt sie aktiv abzugrenzen.


Das FG Baden-Württemberg gab dem Kläger Recht. Der periodengerechte Ansatz von Aufwand dürfe im Interesse der Wirtschaftlichkeit der Buchführung „nicht übertrieben werden“. Zudem würden die Bilanzierungsgrundsätze der Vollständigkeit und Wahrheit aus gutem Grund durch den Grundsatz der Wesentlichkeit eingeschränkt.

 

StBin Julia Hellwig

Aus: PKF Nachrichten 07-08/2019