25.05.2019

Einschränkung des Kindergeldanspruchs bei Ausbildung und Erwerbstätigkeit

Ob bei einem erwerbstätigen Kind noch ein Anspruch auf Kindergeld besteht, hatte kürzlich der BFH mit Urteil vom 11.12.2018 (Az.: III R 26/18) zu klären. Ausgangspunkt war, dass die noch nicht 25 Jahre alte Tochter nach Beendigung eines dualen Studiums ein fünfsemestriges Masterstudium begonnen hatte. Einen Monat nach Beginn des Masterstudiums trat sie zudem ein Vollzeitarbeitsverhältnis bei ihrem ehemaligen Ausbildungsunternehmen an.


Der BFH gibt vor, dass zwischen einer Erstausbildung mit daneben ausgeübter Erwerbstätigkeit und einer berufsbegleitend durchgeführten Weiterbildung (Zweitausbildung) abzugrenzen ist. Bildet die Erwerbstätigkeit bereits die hauptsächliche Tätigkeit, liegt eine Weiterbildung und keine einheitliche Erstausbildung vor. Für die Gesamtwürdigung zieht der BFH insbesondere folgende Indizien heran:

  • vereinbarte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses,
  • Umfang der vereinbarten Arbeitszeit,
  • zeitliches Verhältnis von Arbeitstätigkeit und Ausbildungsmaßnahmen.

Hinweis: Ferner ist gem. BFH zu prüfen, ob die ausgeübte Berufstätigkeit die durch den ersten Abschluss erlangte Qualifikation erfordert und inwieweit die Ausbildungsmaßnahmen und die Berufstätigkeit zeitlich/inhaltlich aufeinander abgestimmt sind.

 

StB Kai Vörckel

Aus: PKF Nachrichten 06/2019