01.05.2019

Verschmelzungsgewinn im Organkreis: Kein pauschales Abzugsverbot

Dass auf den Gewinn aus der Verschmelzung einer Kapitalgesellschaft auf ihre Muttergesellschaft, welche gleichzeitig Organgesellschaft einer Organträgerkapitalgesellschaft ist, die pauschale Berücksichtigung von 5% als nichtabzugsfähige Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 3 Satz 1 KStG) nicht anzuwenden ist, hat der BFH mit Urteil vom 23.10.2018 (Az.: I R 74/16) entschieden.


Nach Auffassung der obersten Steuerrichter ist im Fall eines Verschmelzungsgewinns einer Organgesellschaft die sog. Bruttomethode nicht anzuwenden. Weiter wird dazu ausgeführt, dass der Übertragungsgewinn nach § 12 Abs. 2 Satz 1 UmwStG 2006 schon zuvor bei der Ermittlung des der Organträgerin zuzurechnenden Einkommens außer Ansatz zu lassen ist, sodass er gar nicht in dem nach § 14 Abs. 1 Satz 1 KStG dem Organträger zuzurechnenden Einkommen der Organgesellschaft „enthalten“ ist, welches auf Sachverhalte des § 8b KStG zu prüfen wäre.


Hinweis: Dieses für die Steuerpflichtigen günstige Urteil steht der Auffassung der Finanzverwaltung aus Rz.12.07 des Umwandlungssteuererlasses vom 11.11.2011 entgegen.

 

StBin Sabine Rössler

Aus: PKF Nachrichten 05/2019