26.07.2017

Voraussetzungen der Teilwertzuschreibung bei Fremdwährungsdarlehen

Für wen: Unternehmen mit Fremdwährungsdarlehen, deren Umrechnungskurs sich verschlechtert hat (z.B. Schweizer Franken).

 

Sachverhalt: Bei Anlage- und Umlaufvermögen kann steuerlich nach § 6 Abs. 1 EStG – bei einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung – zum Bilanzstichtag eine gewinnmindernde Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Teilwert vorgenommen werden. Auf der Passivseite ist die Erfassung der Belastung analog bei Fremdwährungsverbindlichkeiten möglich, wenn sich der Devisenkurs dauerhaft verschlechtert hat. In diesem Fall spricht man von einer Teilwertzuschreibung.

 

Zu dieser Thematik hat das FG Baden-Württemberg mit Beschluss vom 8.3.2016 eine interessante Entscheidung getroffen: Demnach ist bei einem Fremdwährungsdarlehen von einer voraussichtlich dauerhaften Wertveränderung auszugehen, wenn die Kursschwankung eine Grenze von 20 % für den einzelnen Bilanzstichtag bzw. von 10 % für zwei aufeinanderfolgende Bilanzstichtage überschreitet. Geringere Prozentsätze seien hingegen nicht ausreichend, da der BFH die 5 %-Grenze für börsennotierte Aktien bei Fremdwährungsverbindlichkeiten nicht anwende.


Regelmäßige Wechselkursschwankungen auf den Devisenmärkten berechtigen – so das FG – hingegen noch nicht zu einem höheren Wertansatz der Verbindlichkeit. Auch darüber hinaus gehende Wechselkursveränderungen seien nicht zu berücksichtigen, wenn das Darlehen noch eine Restlaufzeit von ca. 10 Jahren habe, weil man davon ausgehen könne, dass sich Währungsschwankungen über diesen Zeitraum grundsätzlich ausgleichen. Wird für ein Darlehen (wie im vorliegenden Fall) aber keine bestimmte Laufzeit verabredet und ist auch nicht ernsthaft mit einer bevorstehenden Kündigung des unbefristeten Darlehens zu rechnen, müssten sich dauerhafte Änderungen des Wechselkurses beim Wertansatz des Fremdwährungsdarlehens auswirken.

 

Mehr zum Thema: Der Beschluss vom 8.3.2016 (Az.: 2 V 2763/15) ist unter www.fg-baden-wuerttemberg.de unter der Rubrik „Entscheidungen“ abrufbar.

 

Aus: PKF Nachrichten 07-08/2017