27.01.2016 Gesa Kottmann

Compliance für mittelständische Unternehmen

​Das Thema „Compliance“ ist in aller Munde in der deutschen Wirtschaft und doch steht der Mittelstand ihm nach wie vor skeptisch gegenüber. Compliance ist die in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter eines Unternehmens liegende Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien. Lohnt es sich jedoch auch für einen Mittelständler, dessen Selbstverständnis bereits die Einhaltung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns gebietet, eine zusätzliche Struktur zu schaffen, nur um einen Regelverstoß zu verhindern? Es gibt zumindest gute Gründe, die es auch für mittelständische Unternehmen reizvoll machen, sich gegenüber dem neuen Trend zu öffnen.


Es ist nämlich zu beachten, dass die immer umfangreicher werdenden rechtlichen Regelungen auch durchaus den Mittelstand betreffen. So werden z.B. aus dem Aktienrecht stammende Sorgfaltspflichten des Vorstands mittlerweile auch auf die GmbH übertragen und die Spezialisierung mittelständischer Unternehmen kann auch bei ihnen zu einer Anwendbarkeit des Kartellrechts führen. Wirtschaftsstraf- und Ordnungswidrigkeitenrecht gelten außerdem unterschiedslos für Unternehmen jeder Größe und die Einhaltung gesetzlicher Schutzvorschriften, etwa aus dem Bundesdatenschutzgesetz, gewinnt immer mehr an Bedeutung.

 
Die Nichtbefolgung von Compliance-Regelungen kann damit auch für den Mittelstand empfindliche Sanktionen nach sich ziehen. Verstöße gegen den Datenschutz werden mit Geldstrafe in Höhe von bis zu 300.000,00 EUR geahndet, Schadensersatzforderungen von Geschäftspartnern oder Wettbewerbern können in die Millionen gehen. Der weitaus größere Schaden entsteht jedoch meistens durch den Reputationsverlust. Denn die öffentliche Aufmerksamkeit, insbesondere im Bereich der Verfolgung von Wirtschaftskriminalität, Kartellrechtsverstößen und Datenschutzproblemen, wächst stetig und im Gegenzug finden in Zeiten sozialer Netzwerke und schier grenzenloser Transparenz Wertekodizes und Bekenntnisse zu  sozialen oder ökologischen Standards hohe Anerkennung. Eine umfassende, werteorientierte Einhaltung von Compliance-Standards kann daher nicht nur Bußgeldern, Schadensersatzansprüchen und einem Reputationsverlust vorbeugen, sondern die Attraktivität eines Unternehmens steigern und für einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil sorgen.


Fazit: Es gibt also auch für den Mittelstand gute Gründe für ein Bekenntnis zu Compliance, die den damit einhergehenden Aufwand kompensieren können. Da die Entwicklung nicht halt machen wird, könnte zügiges Handeln auch noch durch eine Vorreiterrolle belohnt werden.

Über den Autor

Gesa Kottmann
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